Langzeitstudie: Zwickt das Kreuz, bringt die Überweisung zum Radiologen wenig
Zwickt das Kreuz, bringt die Überweisung zum Radiologen den Leidgeplagten wenig. Das ergab eine Langzeitstudie über 15 Jahre hinweg an über 1000 Frauen in London. Demnach gibt es keinerlei Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Schmerzen und der krankhaften Veränderungen an der Wirbelsäule, diagnostiziert durch bildgebende Verfahren. Die Ergebnisse sind in der  Fachzeitschrift JAMA Open Network veröffentlicht. Sie bestätigen hierzulande geltende ärztliche Leitlinien, die bei einfachen Kreuzschmerzen Untersuchungen wie Computertomographie oder magnetische Resonanztomographie nicht empfehlen.
05.10.2021, Bildnachweis: iStock/Koldunov

Aktiv bleiben: Sanfte Bewegungen tun dem Rücken gut
Damit akute Rückenschmerzen nicht chronisch werden, sollten sich behandelnde Ärzte an geltende medizinische Leitlinien halten. Darauf weisen Wissenschaftler der Universität Pittsburgh (USA) im Fachblatt Jama Network Open hin. Sie hatten die Fälle von 5233 Patienten analysiert. Sechs Monate nach der ersten Behandlung hatte jeder dritte von ihnen noch immer Kreuzweh. Das Risiko, dass das Leiden dauerhaft wird, steige zum einen mit persönlichen Risikofaktoren wie Übergewicht, bestehenden körperlichen Behinderungen oder psychischen Beschwerden, so die Studie. Zum anderen erhöhe es sich, wenn die Patienten mit Maßnahmen behandelt wurden, die nicht den Therapieempfehlungen entsprechen: etwa wenn schon früh opioidhaltige Schmerzmittel oder eine umfassende Bildgebung verordnet oder die Patienten sofort an einen Spezialisten überwiesen wurden, den es nicht benötigt. Besser sei, körperlich aktiv zu bleiben, etwa im Rahmen einer Bewegungstherapie.
23.07.2021, Bildnachweis: istock/Peopleimages

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