Studie: Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kom­men, haben offenbar kein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen
Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kom­men, haben offenbar kein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen. Das ist das Er­gebnis einer Langzeitstudie aus der Schweiz. Da­mit widerspricht sie einigen anderen Studien, die einen solchen Zusammenhang festgestellt hatten. Für die Berner Studie wurden 578 Neugeborene während ihres ersten Lebensjahres wöchentlich auf Symptome einer Atemwegserkrankung unter­sucht. Als die Kinder fünf Wochen alt waren, führ­ten die Forscher einen Lungenfunktionstest mit ihnen durch. Weder im ersten Jahr noch bei einer großen Untersuchung im Alter von sechs Jahren zeigten sich gravierende Unterschiede zwischen den 114 teilnehmenden Kaiserschnittkindern und den 464 normal entbundenen Babys. "Es konnte kein erhöhtes Risiko für Erkrankungen des Atmungssystems und für Allergien für Kaiser­ schnittgeborene nachgewiesen werden", fasst Stu­dienleiterin und Oberärztin Sophie Yammine die Ergebnisse zusammen.
10.01.2022, Bildnachweis: istock/Group4 Studio

150 Kinder werden in Deutschland jährlich mit der Erbkrankheit Sichelzellanämie geboren
150 Kinder werden in Deutschland jährlich mit der Erbkrankheit Sichelzellanämie geboren. Bis die Krankheit erkannt und behandelt wird, vergehen meist viele Monate bis Jahre. Seit September sollen Babys deshalb im sogenannten erweiterten Neugeborenen-Screening auch auf diese Krankheit hin untersucht werden. Bei diesem Screening wird das Blut auf genetische Krankheiten, Hormonstörungen und Immundefekte analysiert, die Kosten trägt die Krankenkasse. Zwischen der 36. und 72. Lebensstunde werden dem Kind dafür ein paar Tropfen Blut entnommen und im Labor ausgewertet. Menschen mit Sichelzellkrankheit entwickeln eine Blutarmut, in deren Folge Organ schäden auftreten können. Betroffene sind anfällig für Infekte und leiden oft an Schmerzen. Die Ursache liegt in den roten Blutkörperchen, die sichelähnlich verformt sind und Sauerstoff schlechter transportieren.
12.11.2021, Bildnachweis: istock/Yuri Arcurs

Schwangere Frauen müssen keine negativen Langzeitfolgen für ihre Kinder fürchten bei einer Grippeimpfung
Schwangere Frauen müssen keine negativen Langzeitfolgen für ihre Kinder fürchten, wenn sie sich gegen Grippe impfen lassen. Das ergab eine Studie in der kanadischen Provinz Nova Scotia. Laut der Krankenregisterdaten von 28 255 Kindern erkrankte der Nachwuchs von geimpften Müttern nicht häufiger an Asthma, Mittelohrentzündung und anderen Leiden als die Kinder ungeimpfter Mütter.
11.11.2021, Bildnachweis: istock/ Prostock-Studio

2018: Mehr als 50 000 Frauen in Deutschland mit Schwangerschaftsdiabetes
Mehr als 50 000 Frauen hatten 2018 in Deutschland Schwangerschaftsdiabetes: Das entspricht 6,8 Prozent aller Geburten in Kliniken. 2013  waren es 4,6 Prozent. (Quelle: Journal of Health Monitoring, 2021). Unbe­handelt erhöht er das Risiko für Komplika­tionen bei der Mutter und dem Ungeborenen. Betroffene sollten in der Schwangerschaft die Ernährung umstellen. Manche müssen Insulin spritzen. Wichtig auch: Stillen. Es beugt bei Mama und Baby vor, später  Typ­2­Diabetes zu bekommen oder deutlich zuzunehmen.
03.11.2021, Bildnachweis: istock/ Prostock-Studio

Will das Baby nicht kommen oder gibt es Komplikationen, muss die Geburt eingeleitet werden
Will das Baby nicht kommen oder gibt es Komplikationen, muss die Geburt eingeleitet werden. Ein neuer Cochrane Review kommt nun zu dem Schluss, dass der Wirkstoff Misoprostol als Tablette in der richtigen Dosierung (maximal 50 mg) oft die beste Wahl dafür sei. Mehr als 60 Studien haben die Forscherinnen und Forscher miteinander verglichen und die wissenschaftliche Evidenz geprüft. In Deutschland ist der Wirkstoff umstritten. Denn Misoprostol (auch bekannt als Cytotec) ist offiziell gar nicht zur Geburtseinleitung zugelassen, sondern unter anderem für die Behandlung von Magengeschwüren gedacht. In Kliniken wurde es trotzdem jahrelang im sogenannten Off-Label-Use bei Geburten eingesetzt. Bei einigen Schwangeren löste das Mittel schwere Komplikationen aus – das Forschungsteam vermutet, dass es in diesen Fällen falsch dosiert wurde.
25.10.2021, Bildnachweis: istock/vgajlic

Studie zeigt: Wer während der Schwangerschaft aktiv bleibt, kann davon bei der Entbindung profitieren
Yoga, Schwimmen, Spazierengehen: Wer während der Schwangerschaft aktiv bleibt, kann davon bei der Entbindung profitieren. US-amerikanische Gynäkologinnen und Gynäkologen veröffentlichten in der Fachzeitschrift American Journal of Obstetrics & Gynecology die Ergebnisse ihrer Studie: Danach  haben körperlich aktive Schwangere eine kürzere Eröffnungsphase bei der Geburtals weniger aktive Frauen – im Schnitt um 1,7 Stunden. Auf die Austreibungsphase wirke sich die körperliche Fitness aber nicht aus. Insgesamt nahmen 811 Frauen an der Studie teil. Neben Sport zählten die Forschenden auch einen aktiven Lebensstil, Hausarbeit oder Care-Arbeit als Bewegung. Noch ein Plus für Sport in der Schwangerschaft: Er senkt beispielsweise auch das Risiko für Schwanger - schaftsdiabetes oder Präeklampsie
20.10.2021, Bildnachweis: istock/Svetkid

Krankenkassen zahlen seit Juli Bluttest zur Bestimmung des Rhesus-Faktors von ungeborenen Babys von Müttern mit rhesus-negativem Blut
Die deutschen Krankenkassen zahlen seit 1. Juli einen Bluttest zur Bestimmung des Rhesus-Faktors von ungeborenen Babys – von Müttern mit rhesus-negativem Blut. Wenn diese ein Kind mit Rhesusfaktor positiv erwarten, besteht die Gefahr einer Unverträglichkeitsreaktion. Die Mutter kann Antikörper gegen das Baby bilden, die über die Plazenta in dessen Blut gelangen. In der Folge können Blutarmut, Sauerstoffmangel oder eine schwere Neugeborenen-Gelbsucht entstehen. Um dies zu  verhindern, wurde bisher allen rhesus-negativen Schwangeren ein aus Spenderblut gewonnenes Medikament gespritzt. Denn der Rhesus-Faktor des Fötus hätte nur mit invasiven Untersuchungen erkannt werden können. Für die neue Methode genügt eine Blutprobe der Schwangeren, die vorbeugende Spritze ist nur noch nötig, wenn der Test bestätigt, dass das Kind rhesus-positiv ist.
03.09.2021, Bildnachweis: iStock/undefined

Forschung: Wirkt sich die Reifung einer Eizelle außerhalb des Körpers bei künstlicher Befruchtung auf Gesundheit des entstehenden Kindes aus
Wirkt sich die Reifung einer Eizelle außerhalb des Körpers bei einer künstlichen Befruchtung auf die Gesundheit des entstehenden Kindes aus? Dieser Frage gingen Forscher:innen aus Heidelberg nach. Sie verglichen die Daten von 1000 Kindern bis zum zweiten Lebensjahr aus 16 Studien. Das Ergebnis: Durch diese Art der Zeugung seien für die Kinder keine gesundheitlichen Nachteile zu erwarten. Im untersuchten Zeitraum entwickelten sich die Kinder aus der sogenannten In-vitro-Maturation (IVM) genauso wie andere Kinder, heißt es im Fachjournal Human Reproduction Update.Bei der IVM wird die noch unreife Eizelle der Frau entnommen und in einer Petri schale zur Reifung gebracht. Die reife Eizelle wird dann mit den Spermien des Mannes befruchtet und in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Diese Methode eignet sich zum Beispiel, wenn Frauen am Polyzystischen Ovarialsyndrom leiden.
16.08.2021, Bildnachweis: istock/Yuri Arcurs

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