Krankenkassen zahlen seit Juli Bluttest zur Bestimmung des Rhesus-Faktors von ungeborenen Babys von Müttern mit rhesus-negativem Blut
Die deutschen Krankenkassen zahlen seit 1. Juli einen Bluttest zur Bestimmung des Rhesus-Faktors von ungeborenen Babys – von Müttern mit rhesus-negativem Blut. Wenn diese ein Kind mit Rhesusfaktor positiv erwarten, besteht die Gefahr einer Unverträglichkeitsreaktion. Die Mutter kann Antikörper gegen das Baby bilden, die über die Plazenta in dessen Blut gelangen. In der Folge können Blutarmut, Sauerstoffmangel oder eine schwere Neugeborenen-Gelbsucht entstehen. Um dies zu  verhindern, wurde bisher allen rhesus-negativen Schwangeren ein aus Spenderblut gewonnenes Medikament gespritzt. Denn der Rhesus-Faktor des Fötus hätte nur mit invasiven Untersuchungen erkannt werden können. Für die neue Methode genügt eine Blutprobe der Schwangeren, die vorbeugende Spritze ist nur noch nötig, wenn der Test bestätigt, dass das Kind rhesus-positiv ist.
03.09.2021, Bildnachweis: iStock/undefined

Forschung: Wirkt sich die Reifung einer Eizelle außerhalb des Körpers bei künstlicher Befruchtung auf Gesundheit des entstehenden Kindes aus
Wirkt sich die Reifung einer Eizelle außerhalb des Körpers bei einer künstlichen Befruchtung auf die Gesundheit des entstehenden Kindes aus? Dieser Frage gingen Forscher:innen aus Heidelberg nach. Sie verglichen die Daten von 1000 Kindern bis zum zweiten Lebensjahr aus 16 Studien. Das Ergebnis: Durch diese Art der Zeugung seien für die Kinder keine gesundheitlichen Nachteile zu erwarten. Im untersuchten Zeitraum entwickelten sich die Kinder aus der sogenannten In-vitro-Maturation (IVM) genauso wie andere Kinder, heißt es im Fachjournal Human Reproduction Update.Bei der IVM wird die noch unreife Eizelle der Frau entnommen und in einer Petri schale zur Reifung gebracht. Die reife Eizelle wird dann mit den Spermien des Mannes befruchtet und in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Diese Methode eignet sich zum Beispiel, wenn Frauen am Polyzystischen Ovarialsyndrom leiden.
16.08.2021, Bildnachweis: istock/Yuri Arcurs

Sorge weniger für Schwangere während sie an Covid-19 erkrankt sind: Sie müssen nicht von ihrem Neugeborenen getrennt werden
Eine Sorge weniger für Schwangere, die ein Kind auf die Welt bringen, während sie an Covid-19 erkrankt sind: Sie müssen nicht vorsichtshalber von ihrem Neugeborenen getrennt werden. Eine US-amerikanische Studie deutet darauf hin, dass die SARS-CoV-2-Viren weder bei der Geburt noch beim Stillen auf das Kind übergehen. Die Forscher:innen vermuten sogar, dass das Baby durch die Muttermilch geschützt wird, weil es so wichtige Antikörper erhält. Auch Hautkontakt war kein Problem. Die mit SARS-CoV-2-Viren infizierten Mütter mussten jedoch strikte Hygieneregeln einhalten und beim Stillen und Kuscheln Mund-Nasen-Schutz tragen. 101 Neugeborene und ihre Mütter waren Teil der Studie, die im Fachblatt JAMA Pediatrics veröffentlicht wurde.
12.08.2021, Bildnachweis: iStock/Nick Thompson

Neugeborene brauchen unmittelbar nach der Geburt direkten Hautkontakt
Ein Neugeborenes braucht Hautkontakt. Doch was ist, wenn es nach der Geburt erst mal von der Mutter getrennt werden muss? Die gute Nachricht ist: Dann beruhigt auch Papas Brust. So lautet zumindest das Ergebnis einer Studie aus Stockholm. Wurden Babys nach einem Kaiserschnitt auf die nackte Männerbrust gelegt, war ihre Herzfrequenz deutlich höher und stabiler als bei jenen Neugeborenen, die bekleidet nur im Arm des Vaters oder in einem Bettchen lagen. Zudem maßen die Forscherinnen und Forscher bei diesen Kindern eine Stunde nach der Geburt einen höheren Wachheitsgrad.
09.08.2021, Bildnachweis: istock/wzfs1s

Auf Verhütungs-Apps allein sollte man sich besser nicht verlassen
Apps in zartrosa Design versprechen eine einfache Lösung, wenn Frauen verhüten, aber auf die Pille verzichten wollen. Das Problem ist nur, dass der weibliche Körper nicht so simpel funktioniert, wie die Apps es erscheinen lassen. Forscher des University College in London haben 200 solcher Anwendungen analyisert. Rund die Hälfte davon errechnen den Tag des Eisprungs allein anhand der Zyklusdaten, die die Nutzerin eingibt. Nur ein Viertel der Apps berücksichtigen auch die Körpertemperatur, die Beschaffenheit des Zervixschleims sowie die Konzentration an luteinisierendem Hormon im Blut – Faktoren, die über den Zeitsprung des Eisprungs Auskunft geben. Fazit: Wenn man genauere Werte haben will, ist auch das Verhüten per App nicht simpel.
03.08.2021, Bildnachweis: istock/filadendron

Investitionen in die Geburts­hilfe können Leben retten
Vier Komma drei Millionen – so viele Leben könnten weltweit jedes Jahr durch Hebammen gerettet werden, wenn mehr in die Geburts­hilfe investiert werden würde. Zu diesem Er­gebnis kommt eine im Fachblatt The Lancet veröffentlichte Modellstudie der University of Sydney in Australien. So führt ein Mangel an Hebammen, zusammen mit schlechter Aus­bildung und Unterstützung, zu einer unzureichenden Versorgung von Schwangeren und ihren Babys – vorwiegend in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen. Den Forscher:innen zu­folge könnten schon einfache Verbesserungen in den Bereichen Familienplanung, Diabetes­management, Geburtshilfe und Stillunterstützung erheblich dazu beitragen, die Todesfälle bei Müttern und Babys zu reduzieren.
05.06.2021, Bildnachweis: istock/vgajlic

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG