Forscher finden heraus, dass Kindheitserfahrungen lebenslang positiv auf die psychische Gesundheit wirken können
Augen zu. Kopfkino an. Und schon ist man wieder in seiner Kindheit. Vielleicht erinnert man sich noch daran, wie Opa ­eines Sommers dabei geholfen hat, das Fahrradfahren zu lernen. Oder wie man gemeinsam mit Mama und Papa zum ersten Mal Plätzchen gebacken hat. Wer viele schöne Kindheitserinnerungen hat, wird als Erwachsener seltener ­depressiv. Diesen Zusammenhang stellten Forscher der Oregon Health and Science University mithilfe von Daten einer Umfrage mit rund 6200 Teilnehmern fest. Im Fachblatt JAMA Pediatrics kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass Kindheitserfahrungen lebenslang positiv auf die psychische Gesundheit wirken können. Solche Erinnerungen zu schaffen hänge von den Familien und Gemeinschaften ab, aber auch von den Gesundheits-, Bildungs- und Sozialversorgungssystemen.
24.02.2020, Bildnachweis: iStockphoto/m-imagephotography

Die Wahl der Perspektive könnte helfen, schlechte Erinnerungen auf Abstand zu halten.
Wie erinnern Sie sich an früher? So, als ob Sie das Geschehene noch einmal mit eigenen Augen er­leben? Dann dürften die Bilder recht lebendig sein. Oder ­betrachten Sie Ihr damaliges Ich von außen – wie ein Beobachter? Dann sind die Erinnerungen vermutlich eher we­nig emotional. Das berichtet die US-Psychologin Peggy St. ­Jacques, die Studien zum ­Thema durchforstete. Die Wahl der Perspektive könnte womöglich helfen, schlechte Erinnerungen auf Abstand zu halten.
10.02.2020, Bildnachweis: iStock/oneinchpunch

Wissenschaftler testen die Ehrlichkeit beim Geldbörsenfund
Jemand findet einen Geldbeutel. Gibt er ihn zurück, oder behält er ihn selbst? Wie sich die Menschen entscheiden, hängt auch davon ab, wie viel Bares in der Fundbörse steckt, hat ein schweizerisch-ame­rikanisches Forscherteam herausgefunden. Die Wissenschaftler machten den Test: In 355 Städten in 40 Ländern legten sie scheinbar verlorene Geldbörsen aus. Das überraschende Ergebnis: Je voller die Brieftasche, desto ehrlicher waren die Finder, berichten die Forscher im Fachblatt Science.
25.01.2020, Bildnachweis: istock/Christian Horz

Forscher finden heraus: Verzeihen ist gesund
Von einem geliebten Menschen hintergangen zu werden erzeugt Wut und Verzweiflung. Doch es lohnt sich, diese negativen ­Gefühle zu überwinden. Denn Verzeihen ist gesund. Zu diesem ­Ergebnis kommt ein amerikanisch-asiatisches Forscherteam in einer großen Überblicksstudie, veröffentlicht in Psychology & ­Health. Eine wohltuende ­Wirkung hatte Verzeihen vor allem auf das Herz. Auch bei Krankheiten wie Fibromyalgie verringerte es die Beschwerden.
23.01.2020, Bildnachweis: iStock/alvarez

Forscher finden heraus: Ältere bevorzugen Entspannung
Gute Momente werden für uns im Lauf der Jahre immer wichtiger, wissen Psychologen. Dabei kommt es auch auf die Art der Erlebnisse an, fanden Wissenschaftler aus Hongkong jetzt heraus: Entspannende Erfahrungen tragen mehr zum Glück des Alters bei als schöne, aber aufregende ­­Begebenheiten. Bei jungen Menschen ist es eher umgekehrt, beobachteten die Forscher in ihrer Studie.
08.01.2020, Bildnachweis: istock/Fabio Lamanna

Forscher finden heraus: Menschen mit bezahlter Arbeit geht es besser
Menschen mit bezahlter Arbeit geht es besser als solchen, die nicht erwerbstätig sind. Das ergab eine Langzeitstudie in Großbritannien. Die Forscher befragten rund 70 000 Probanden über neun Jahre hinweg mehrmals zu ihrer beruf­lichen ­Situation und ihrem Befinden – ob sie etwa an Schlafstörungen oder Ängsten litten. ­Ergebnis: Bereits wenige Arbeitsstunden pro Woche hatten einen günstigen Effekt auf die Psyche. Ein höheres Pensum von bis zu 48 Stunden veränderte den Effekt kaum. Selbst wer nur wenig ­arbeitet, fühlt sich also viel gesünder als jemand, der keinen Job hat, lautet das Fazit der Studie im Fachblatt Social Science & Medicine.
23.12.2019, Bildnachweis: iStock/alvarez

Eine Studie zeigt, dass auch Gedanken unsere Einstellung beeinflussen können
Nicht nur Erlebnisse, auch Gedanken können unsere Einstellung beeinflussen. Das ergab eine Studie deutscher und US-amerikanischer Forscher. Die Teilnehmer sollten Personen nennen, die sie sehr mögen, und Orte, zu denen sie eine neutrale Haltung haben. Anschließend sollten sie sich vorstellen, wie sie mit ihrer Lieblingsperson an diesem Ort Zeit verbringen. Allein diese Vorstellung weckte positive Gefühle für den Ort. Das zeigte sich auch bei der gleichzeitigen Untersuchung im Magnetresonanztomografen. Bereiche des Gehirns, in denen Informationen und Bewertungen unserer Umwelt gespeichert und verknüpft werden, waren besonders aktiv, schreiben die Forscher im Fachblatt Nature Communications.
22.11.2019, Bildnachweis: iStock/Nastia11

Urteilsvermögen: Gute Laune macht unkritischer
Wer etwas kritisch prüfen will, sollte dabei nicht zu gut gelaunt sein. Je heiterer wir uns fühlen, desto leichtgläubiger werden wir nämlich. Das hat ein Forscher in Australien herausgefunden. Er ließ Personen witzige oder traurige Kurzfilme anschauen. Nach einem lustigen Film waren die Versuchsteilnehmer deutlich gutgläubiger, berichtet der Wissenschaftler im Fachmagazin Current Directions in Psychological Science.
16.11.2019, Bildnachweis: iStock/monkeybusinessimages

In guter Gesellschaft: Gemeinsam gegen Zukunftsangst
Nehmen Menschen ihre Situation als unsicher wahr, horten sie oft Geld, um eine mögliche Notsituation in der Zukunft abzufedern. Haben sie jedoch viele zufriedenstellende soziale Kontakte, neigen sie dazu, weniger zu sparen. Demnach könnten Freunde mehr als Geld ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und dadurch Zukunftsängste lindern. Das fanden Forscher der Universität Tel Aviv (Israel) heraus. Ihre Studie wurde im Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht.
01.11.2019, Bildnachweis: iStock / Xavier Arnau

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