Studie zeigt: Bakterien halten sich hartnäckig im Kindermund
Erwachsene, die unter Parodontitis leiden, übertragen die auslösenden Bakterien auf ihre Kinder. Und diese Bakterien halten sich hartnäckig im Kindermund — trotz Zähneputzen. Das belegt eine brasilianische Studie, in der Eltern und Kinder zehn Jahre lang betreut und untersucht wurden. Die Forscher raten Schwangeren und Eltern, eine Parodontitis rasch behandeln zu lassen. Eine wichtige Empfehlung auch für Menschen mit Diabetes: Sie haben ein erhöhtes Parodontitis-Risiko.
13.09.2021, Bildnachweis: istock/Chris Hepburn

Forschung zeigt: Lautäußerungen im ersten halben Jahr sehr schnell vielfältig
Es ist nicht immer das gleiche Geschrei oder Gebrabbel, das Babys in den ersten Monaten von sich geben. Vielmehr werden die Lautäußerungen im ersten halben Jahr schnell sehr vielfältig, wie Wissenschaftler:innen vom Universitätsklinikum Würzburg mit einer im Fachblatt Scientific Reports veröffentlichten Studie zeigen. Mit Kolleginnen und Kollegen aus den USA und Neuseeland untersuchten sie die Komplexität von rund 67 500 Lauten. Darunter waren sowohl Weinlaute als auch Gurr- und Brabbellaute, die Babys machen, wenn sie sich wohlfühlen. Die Wissenschaftler:innen sehen darin die Grundlage für die Vielfalt an Betonungen der späteren Sprache. Die neuen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, dass mögliche Störungen bei der Sprachentwicklung früher erkannt werden können.
08.09.2021, Bildnachweis: istock / kaisersosa67

Eine Studie zeigt: Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes in Großbritannien in den drei Monaten nach dem ersten Lockdown im März 2020 mit besseren Blutzuckerwerten
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes in Großbritannien hatten in den drei Monaten nach dem ersten Lockdown im März 2020 bessere Blutzuckerwerte als in den drei Monaten davor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Kinderklinik Sheffield. Kindern und Eltern fiel es offenbar leichter, den Diabetes zu Hause zu managen als in der Schule und im sonstigen sozialen Umfeld. Für die Forscher ein Anlass, darauf hinzuweisen, dass Kinder mit Typ 1 im Alltag außer Haus besondere  Unterstützung brauchen, etwa von Lehrern und anderen Personen, die sie betreuen — und dass diese Unterstützung verstärkt werden sollte. Auch in Deutschland läuft die Betreuung von Kindern mit Diabetes in Schulen und Kindergärten nicht immer rund.
01.09.2021, Bildnachweis: istock / vgajic

Eine Studie zeigt: Kinder entwickeln auf lange Sicht besseres Sozialverhalten, wenn sich in ihrem Umfeld viele Grünanlagen befinden
Kinder entwickeln auf lange Sicht ein besseres Sozialverhalten, wenn sie in ihrem Umfeld viele Grünanlagen wie Parks oder Spielplätze  haben. Das legen die Ergebnisse einer australischen Langzeitstudie nahe, in der fast 5000 Kinder über einen Zeitraum von zehn Jahren regelmäßig befragt wurden. Die Autorinnen und Autoren der Arbeit, die in der Fachzeitschrift Journal of Environmental Psychology erschienen ist, plädieren daher für mehr öffentliches Grün, vor allem in schwierigen Vierteln.
31.08.2021, Bildnachweis: iStock/FamVeld

Studie zeigt: Kinder sind im Jahr 2020 im Durchschnitt um 0,3 Dioptrien kurzsichtiger geworden
Viereckig sind die Augen der Kinder im Jahr 2020 zwar nicht geworden, dafür aber im Durchschnitt um 0,3 Dioptrien kurzsichtiger. Das ergab zumindest eine chinesische Studie, die die Sehstärke von sechs- bis achtjährigen Schulkindern untersuchte. Die Ergebnisse wurden online im Fachblatt JAMA Ophthalmology veröffentlicht. Grund könnte das coronabedingte Homeschooling vor dem Bildschirm und weniger Zeit im Freien sein, vermutet das Forschungsteam. Deshalb: raus zum Spielen mit den Kindern – mindestens zwei Stunden am Tag. Das rät die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft allen Eltern jüngerer Kinder, deren Augäpfel noch wachsen. Denn beim Toben auf dem Spielplatz müssen andere Augenmuskeln arbeiten, als wenn Kinder auf einen Bildschirm schauen – ein wichtiger Ausgleich bei der Entwicklung der Sehstärke. Auch für Kleinkinder sind die unterschiedlichen Reize daher wichtig.
14.08.2021, Bildnachweis: istock/marcopasqualini

Weniger Piksen, bessere Werte: Kinder gewöhnen sich oft schnell an die Pumpe
Ein besserer Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c), seltener starke Unter­­zuckerungen: Bei einer Studie der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie und der Deutschen Dia­betes Gesellschaft zeigte sich, dass Kinder mit Typ-1-Diabetes profitieren, wenn sie frühzeitig eine Insulinpumpe erhalten. Die Forscher werteten ­Daten von 311 Diabeteszentren verschiedener Länder aus. In Deutschland gibt es mehr als 30 000 Kinder und Jugendliche unter 18 mit Typ 1.
24.07.2021, Bildnachweis: istock/Mark Skalny

Studie zeigt: Aktueller Grenzwert für Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid zu hoch
Der aktuelle Grenzwert für die Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid (NO₂) ist zu hoch. Darauf deutet eine Studie von Forscher:innen des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz hin. Gemeinsam mit Forschenden der London School of Hygiene and Tropical Medi­cine und der Charité – Universitätsmedizin Berlin ermittelten sie weltweit die NO₂-Konzentra­tion in der Außenluft in einer Auflösung von einem Kilometer – und ver­gli­chen sie mit der Zahl neuer Asthmafälle bei Kindern und Jugend­lichen. Das Ergebnis: 90 Prozent der 3,5 Millionen durch NO₂ ausge­lösten Asthma-Neuerkrankungen erfolgte in Ge­­bie­ten, in denen der Stickstoffdioxid-Grenz­wert der Weltgesundheitsorganisation von 40 Mi­kro­gramm pro Kubikmeter Luft ein­gehalten wird. Das Forschungsteam zieht da­raus den Schluss, dass strengere Grenz­werte nötig seien.
10.07.2021, Bildnachweis: istock/miljko

Die Blutvergiftung kommt hierzulande noch recht häufig vor
Die Sepsis – umgangssprachlich Blutvergiftung – kommt hierzulande noch recht häufig vor. Darauf macht die Sepsis-Stiftung anlässlich einer im Fachblatt Critical Care Medicine veröffent­lichten Studie aufmerksam. Analysiert wurden Krankenhaus­daten von Kindern und Jugendlichen zwischen null und 19 Jahren. Dabei zeigte sich: We­niger als ein Prozent der in der Studie untersuchten und in eine Klinik ein­gelieferten Kinder entwickelten eine Sepsis. Aber 11,5 Prozent der innerklinischen Todesfälle von Kindern waren mit einer Sepsis assoziiert, so Auto­rin Dr. Carolin Fleischmann-Struzek. Daher sei Achtsamkeit nötig. Die Sepsis-Stiftung rät Eltern, auf diese Symptome zu achten: hohes Fieber (bei Säuglingen auch Untertempera­tur), fleckige Haut, kalte Gliedmaßen, schwere Atmung, sehr schneller Herzschlag, Trägheit, Wesensveränderung, schwere Weckbarkeit. Dann sofort den Notarzt rufen.
03.07.2021, Bildnachweis: istock/Milos Dimic

Das Baby stillen: problemlos auch mit Typ1-Diabetes
Drohen tatsächlich vermehrt Unter­zuckerungen, wenn eine Mutter mit Typ-1-Diabetes ihr Baby nachts stillt? Das wollten dänische Forscher wissen. Oft wird Müttern mit Typ 1 empfohlen, vor jedem Stillen zusätzliche Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, um einer Unterzuckerung entgegenzuwirken. Doch das ­Risiko zu unterzuckern erhöhte sich in ihrer ­­Studie auch dann nicht, wenn die Mütter auf die zusätzliche Portion verzichteten. Voraussetzung: Sie kontrollierten ihre Blutzuckerwerte regelmäßig und passten die Insulindosis entsprechend an.
14.06.2021, Bildnachweis: iStock/Nick Thompson

Forscher finden heraus: Kinder nutzen beide Gehirnhälften zum Verarbeiten von Sprache
Erwachsene verarbeiten Sprache überwiegend in der linken Gehirnhälfte. Kinder nutzen dazu beide Hälften, fanden Forscher der Georgetown University (USA) heraus. Mithilfe der Magnetresonanztomografie verglichen sie die Hirnaktivität bei der Sprachverarbeitung von 39 Kindern im Alter von vier bis 13 Jahren mit der junger Erwachsener.
09.06.2021, Bildnachweis: iStockphoto/LumiNola

Studie zeigt: Klinik-Clowns helfen, körperliche Symptome und psychisches Wohlbefinden von Kindern und Jugend­lichen zu verbessern
Wenn sie kommen, wird’s lustig auf der Krankenstation. Und nicht nur das. Dass Klinik-Clowns auch helfen, körperliche Symptome und das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugend­lichen zu verbessern, zeigte jetzt eine Studie, die im Fachblatt The British Medical Journal veröffentlicht wurde. Die brasilianischen und kanadischen Wissenschaftler:innen durchforsteten dazu 24 frühere Forschungs­arbeiten mit Daten von insgesamt 1612 Kindern und Heranwachsenden. Demnach halfen die Klinik-Clowns am besten bei Ängsten, gefolgt von Schmerzen, sie nahmen Sorgen und hoben die Stimmung, reduzierten den gefühlten Stress sowie krebsbedingte Müdigkeit, und die Kinder weinten insgesamt weniger.
01.06.2021, Bildnachweis: iStock/clu

Schlaues Verhalten? Lieber mit anderen Kindern spielen als mit den Geschwistern
Gehört Ihr Kind auch zu denen, die manchmal lieber mit anderen Kindern spielen als mit den eigenen Geschwistern? Das kann ein schlaues Verhalten sein, zeigt eine im Fachblatt Proceedings of the Royal Society B veröffentlichte Studie aus Frankreich. Anhand von 300 Kindern zwischen drei und zehn Jahren wurde deren Koopera­tionsverhalten untersucht. Wie sich herausstellte, waren die Kinder erfolgreicher, wenn sie mit Freunden oder fremden Kindern Aufgaben lösten, als wenn sie dabei mit ihren Ge­schwis­­tern kooperierten. Vermutlich helfe der Umgang mit Menschen aus anderen Fami­lien dabei, das soziale Netzwerk zu erweitern, was zu zukünftigen Vorteilen führen könnte, glaubt das Forschungsteam.
24.05.2021, Bildnachweis: iStock/Rawpixel

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