Weniger Piksen, bessere Werte: Kinder gewöhnen sich oft schnell an die Pumpe
Ein besserer Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c), seltener starke Unter­­zuckerungen: Bei einer Studie der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie und der Deutschen Dia­betes Gesellschaft zeigte sich, dass Kinder mit Typ-1-Diabetes profitieren, wenn sie frühzeitig eine Insulinpumpe erhalten. Die Forscher werteten ­Daten von 311 Diabeteszentren verschiedener Länder aus. In Deutschland gibt es mehr als 30 000 Kinder und Jugendliche unter 18 mit Typ 1.
24.07.2021, Bildnachweis: istock/Mark Skalny

Studie zeigt: Aktueller Grenzwert für Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid zu hoch
Der aktuelle Grenzwert für die Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid (NO₂) ist zu hoch. Darauf deutet eine Studie von Forscher:innen des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz hin. Gemeinsam mit Forschenden der London School of Hygiene and Tropical Medi­cine und der Charité – Universitätsmedizin Berlin ermittelten sie weltweit die NO₂-Konzentra­tion in der Außenluft in einer Auflösung von einem Kilometer – und ver­gli­chen sie mit der Zahl neuer Asthmafälle bei Kindern und Jugend­lichen. Das Ergebnis: 90 Prozent der 3,5 Millionen durch NO₂ ausge­lösten Asthma-Neuerkrankungen erfolgte in Ge­­bie­ten, in denen der Stickstoffdioxid-Grenz­wert der Weltgesundheitsorganisation von 40 Mi­kro­gramm pro Kubikmeter Luft ein­gehalten wird. Das Forschungsteam zieht da­raus den Schluss, dass strengere Grenz­werte nötig seien.
10.07.2021, Bildnachweis: istock/miljko

Die Blutvergiftung kommt hierzulande noch recht häufig vor
Die Sepsis – umgangssprachlich Blutvergiftung – kommt hierzulande noch recht häufig vor. Darauf macht die Sepsis-Stiftung anlässlich einer im Fachblatt Critical Care Medicine veröffent­lichten Studie aufmerksam. Analysiert wurden Krankenhaus­daten von Kindern und Jugendlichen zwischen null und 19 Jahren. Dabei zeigte sich: We­niger als ein Prozent der in der Studie untersuchten und in eine Klinik ein­gelieferten Kinder entwickelten eine Sepsis. Aber 11,5 Prozent der innerklinischen Todesfälle von Kindern waren mit einer Sepsis assoziiert, so Auto­rin Dr. Carolin Fleischmann-Struzek. Daher sei Achtsamkeit nötig. Die Sepsis-Stiftung rät Eltern, auf diese Symptome zu achten: hohes Fieber (bei Säuglingen auch Untertempera­tur), fleckige Haut, kalte Gliedmaßen, schwere Atmung, sehr schneller Herzschlag, Trägheit, Wesensveränderung, schwere Weckbarkeit. Dann sofort den Notarzt rufen.
03.07.2021, Bildnachweis: istock/Milos Dimic

Das Baby stillen: problemlos auch mit Typ1-Diabetes
Drohen tatsächlich vermehrt Unter­zuckerungen, wenn eine Mutter mit Typ-1-Diabetes ihr Baby nachts stillt? Das wollten dänische Forscher wissen. Oft wird Müttern mit Typ 1 empfohlen, vor jedem Stillen zusätzliche Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, um einer Unterzuckerung entgegenzuwirken. Doch das ­Risiko zu unterzuckern erhöhte sich in ihrer ­­Studie auch dann nicht, wenn die Mütter auf die zusätzliche Portion verzichteten. Voraussetzung: Sie kontrollierten ihre Blutzuckerwerte regelmäßig und passten die Insulindosis entsprechend an.
14.06.2021, Bildnachweis: iStock/Nick Thompson

Forscher finden heraus: Kinder nutzen beide Gehirnhälften zum Verarbeiten von Sprache
Erwachsene verarbeiten Sprache überwiegend in der linken Gehirnhälfte. Kinder nutzen dazu beide Hälften, fanden Forscher der Georgetown University (USA) heraus. Mithilfe der Magnetresonanztomografie verglichen sie die Hirnaktivität bei der Sprachverarbeitung von 39 Kindern im Alter von vier bis 13 Jahren mit der junger Erwachsener.
09.06.2021, Bildnachweis: iStockphoto/LumiNola

Studie zeigt: Klinik-Clowns helfen, körperliche Symptome und psychisches Wohlbefinden von Kindern und Jugend­lichen zu verbessern
Wenn sie kommen, wird’s lustig auf der Krankenstation. Und nicht nur das. Dass Klinik-Clowns auch helfen, körperliche Symptome und das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugend­lichen zu verbessern, zeigte jetzt eine Studie, die im Fachblatt The British Medical Journal veröffentlicht wurde. Die brasilianischen und kanadischen Wissenschaftler:innen durchforsteten dazu 24 frühere Forschungs­arbeiten mit Daten von insgesamt 1612 Kindern und Heranwachsenden. Demnach halfen die Klinik-Clowns am besten bei Ängsten, gefolgt von Schmerzen, sie nahmen Sorgen und hoben die Stimmung, reduzierten den gefühlten Stress sowie krebsbedingte Müdigkeit, und die Kinder weinten insgesamt weniger.
01.06.2021, Bildnachweis: iStock/clu

Schlaues Verhalten? Lieber mit anderen Kindern spielen als mit den Geschwistern
Gehört Ihr Kind auch zu denen, die manchmal lieber mit anderen Kindern spielen als mit den eigenen Geschwistern? Das kann ein schlaues Verhalten sein, zeigt eine im Fachblatt Proceedings of the Royal Society B veröffentlichte Studie aus Frankreich. Anhand von 300 Kindern zwischen drei und zehn Jahren wurde deren Koopera­tionsverhalten untersucht. Wie sich herausstellte, waren die Kinder erfolgreicher, wenn sie mit Freunden oder fremden Kindern Aufgaben lösten, als wenn sie dabei mit ihren Ge­schwis­­tern kooperierten. Vermutlich helfe der Umgang mit Menschen aus anderen Fami­lien dabei, das soziale Netzwerk zu erweitern, was zu zukünftigen Vorteilen führen könnte, glaubt das Forschungsteam.
24.05.2021, Bildnachweis: iStock/Rawpixel

Eine Studie zeigt: Eineiige Zwillinge tragen nicht exakt die gleichen Gene in sich
Bei ein­eiigen Zwillingen ging man bislang davon aus, dass sie exakt die gleichen Gene in sich tragen. Aber das stimmt so nicht ganz, wie eine isländische Studie im Fachblatt Nature Gene­tics zeigt: Die Wissenschaftler untersuchten das Erbgut von 381 eineiigen Zwillingspaaren. Bei jedem siebten Paar fanden sich schon im Embryonalstadium ­Unterschiede. Die Veränderungen (Mutationen) im Erbgut variierten dabei stark: von einer bis zu 100 – im Schnitt waren es 5,2. Bislang schob man den Forschern zufolge solche Unterschiede vor allem auf Umwelteinflüsse. Die frühen Genmutationen könnten nun ebenso ein Grund sein, warum zum Bei­spiel der eine Zwilling Typ-1-Dia­betes bekommt, der andere nicht.
08.05.2021, Bildnachweis: istock/HannamariaH

Bauernhofkinder erkranken seltener an Asthma
Bauernhofkinder erkranken seltener an Asthma. Warum das so ist, ist für Wissenschaftler noch ein Rätsel. Forscher des Helmholtz Zentrums München und des Dr. von Haunerschen Kinderspitals der Ludwig-Maximi­lians-Universität München (LMU) haben es nun teilweise gelöst. Das berichtet das Fachblatt Nature Medicine. Die Forscher untersuchten 700 Stuhlproben von Säuglingen im Alter von zwei bis zwölf Monaten und fanden heraus: Das Geheimnis des Schutzes liegt wohl unter anderem im Darm. Genauer: in den dort siedelnden Bakterien – dem Darmmikrobiom. Den Wissenschaftlern zufolge tragen bauernhofspezifische Umstände wie der Aufenthalt im Tierstall wesentlich dazu bei, die schützende Zusammensetzung des Darmmikrobioms zu fördern.
10.04.2021, Bildnachweis: iStock/sonyae

Eine Studie hat untersucht, ob Kinder wirklich Fleisch benötigen
Fehlen Kindern, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, wichtige Nährstoffe? Dieser Frage ging eine Studie der Universität Bonn nach. Danach waren alle der 401 Studienteilnehmer im Alter von 6 bis 18 Jahren insgesamt ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Dennoch gab es Unterschiede, wie die im 14. Ernährungsreport der Deutschen Gesellschaft für Ernährung veröffentlichte Arbeit zeigt. ­So hatten beide fleischfreien Gruppen aus­­reichende, aber niedrigere Eisenwerte als die Mischkost-Gruppe. Bei allen Ernährungs­formen war die Versorgung mit den Vitaminen B₂ und D sowie Kalzium und Jod kritisch. Mit dem Vitamin B₁₂ (es kann nur über tierische Produkte und Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden) waren jedoch alle Teilnehmer über­wiegend im Normalbereich versorgt, die Vegan-Gruppe supplementierte das Vitamin mehrheitlich.
01.04.2021, Bildnachweis: iStock/amenic181

Eine Studie zeigt: Etwa ein Drittel der Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern nicht oder kaum vor
Etwa ein Drittel der Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern nicht oder kaum vor, ergaben Vorlesestudien der Stiftung Lesen. Um hinter die Gründe dafür zu kommen, befragte die Stiftung nun 526 Eltern aus diesem Drittel. Ergeb­nis: Es mangelt oft am Lesestoff. Jedes zehnte Kind be­sitzt kein Buch. 68 Prozent der Kinder haben höchstens zehn. Die Stif­tung hebt daher die Bedeutung von Buchgeschenken oder Vorlesegeschichten zum Mitnehmen etwa in Kitas, Apotheken oder Arztpraxen hervor. 48 Prozent der Eltern sehen es nicht als ihre Aufgabe vorzulesen und verweisen auf Kitas. Keinen Spaß am Vorlesen haben 49 Prozent. Dabei braucht es laut Stiftung Lesen nicht viel: Fünf Minuten zwischendurch seien besser als nichts.
13.03.2021, Bildnachweis: istock/ jacoblund

Eine Studie zeigt: Die winzigen Teilchen stammen aus dem Kunststoff des Fläschchens
Zwei Millionen Mikroplastik-Partikel – so viel nehmen mit der Flasche gefütterte Säuglinge täglich auf. Laut der im Fachblatt "Nature Foods" veröffentlichten Studie stammen die winzigen Teilchen aus dem Kunststoff des Fläschchens. Aber: "Das letzte, was wir wollen, ist bei Eltern unnötige Panik auszulösen", betont Co-Autor John Boland. Denn bisher konnte nicht genügend Wissen über die Auswirkungen von Mikroplastik auf Kleinkinder gesammelt werden. Die Forscher raten daher:

  • vor allem die Flaschen nach der Sterilisation abkühlen lassen, da die Erhitzung verstärkt Plastikpartikel freisetzt,
  • dann die Flaschen dreimal mit kaltem, abgekochtem Wasser ausspülen,
  • die warme Milch nicht in der Flasche selbst, sondern in einem Glas- oder Metallgefäß zubereiten.

Das würde die Plastikverunreinigung be­­reits wesentlich verringern. Oder man verwendet Glasfläschchen.
06.03.2021, Bildnachweis: istock/fivepintsix

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